Internet & Bildung statt Armut!

 

„Wir haben beim Thema Bildung und Digitalisierung noch
viel Arbeit vor uns!“

Angela Merkel

Der Digitalpakt Teilhabe:

Eine kurze Zusammenfassung für diejenigen, die noch nichts von den  verschiedenen Digitalpakten gehört haben: Über den Digitalpakt Schule wurde zwischen Bund und Ländern jahrelang verhandelt mit dem Ziel, unsere 40.000 Schulen, 800.000 Lehrerinnen und Lehrer und die 11 Mio. Schülerinnen und Schüler fit für die digitale Gegenwart und Zukunft zu machen.

 

Der Digitalpakt Deutschland wurde im Juni vom Branchenverband Bitkom ins Spiel gebracht, nachdem die Corona-Krise große Verunsicherung im Mittelstand erzeugt hat. Mit Hilfe des Bundes, 15 Milliarden Euro und einer „digitalen Transformations­agenda“ sollen die Unternehmen digitaler und krisenfester gemacht werden.

 

Die Arbeitsgemeinschaft der Seniorenverbände BAGSO fordert mit dem Digitalpakt Alter die digitale Grundversorgung mit Tablets, kostenlosem WLAN und Schulungen in allen Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen.

 

Unser Digitalpakt Teilhabe fordert die Bedingungslose Digitale Grundversorgung für alle Menschen. Insgesamt werden hierfür rund 550 Mio. Euro benötigt.


Wozu ein Digitalpakt Teilhabe?

Wir haben die Idee des Wirtschaftsministers aufgegriffen und eine Liste mit den dringendsten Punkten in Form des „Digitalpakt Teilhabe“ aufgeschrieben: Einige davon decken sich mit den Forderungen aus den drei anderen Digitalpakten, gehen aber noch darüber hinaus. Wir freuen uns über Ergänzungen und Änderungs­vorschläge.

Ein „Corona-Konjunkturpaket“ für die digitale Gesellschaft

  • Digitale Grundversorgung in Pflege-, Senioren- & Behinderten­einrichtungen sowie in der ambulanten Pflege:
  • Mindestens 3 Tablets pro 10 Bewohner in jedem der rund 15.000 Pflege- und Altersheime - kostenloses WLAN
  • Kostenlose Endgeräte und Internetanschluss für pflegebedürftige Menschen, die zu Hause von Angehörigen und/oder ambulanten Pflegediensten betreut werden
  • Digital-Assistenz für Pflegebedürftige und Hochbetagte, die keine stationären Angebote aufsuchen können. Anerkennung dieser Leistungen und Übernahme der Kosten durch die Kassen
  • Kostenlose Ausleihe von Laptops und Tablets in allen 7.500 öffentlichen Bibliotheken ohne Bedürftigkeitsprüfung
  • Förderzuschüsse und StartUp-Beihilfen für Lernorte („Zukunfts.Cafés“) und Projekte, die lokale digitale Nachbarschaftshilfe und digitale Bildung organisieren. Vorrangig an den Orten, wo karitative Organisationen wie die Tafeln Menschen bereits dabei unterstützen, finanziell über die Runden zu kommen
  • Kostenfreie Kurse zu Digital- und Medienkompetenz in Volkshoch­schulen, öffentlichen und kommunalen Einrichtungen, Gutscheine für Kurse privater Anbieter

  • Ausstattung aller bedürftigen Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten, kostenlosem oder vergünstigtem Internetzugang und Übernahme der Kosten bei Verschleiß, Reparatur oder Ersatz.*


*Anm.: Von den 2019 beschlossenen 5,5 Milliarden Euro für den Digitalpakt Schule sind bis zum heutigen Tag  ganze 0,03 Prozent abgeflossen. Anlässlich der  Chancen­ungerechtigkeit während des Homeschooling wurde eine Zusatzvereinbarung zum Digitalpakt Schule beschlossen.



„Machen wir genug? 

Machen wir das Richtige?“

Jens Spahn, Gesundheitsminister

Nein, machen wir nicht! Da geht noch mehr:

  • Ausweitung des „Freiwilliges Soziales Jahr Digital” zur Unterstützung von Projekten in der Digitalen Nachbarschaftshilfe, Schulung zur Digital-Assistenz für Hochbetagte und Menschen mit Bewegungseinschränkungen
  • Aufklärungsoffensive durch Ausstrahlung kurzformatiger TV-Clips „Digitales vor Acht” [neben „Wissen vor Acht“, „Börse vor Acht“] zu Themen wie Deep Fakes, KI, 5G, Datenschutz, Phishing, Blockchain, Smart Home, Augmented Reality, Internet der Dinge...
  • Aufbau und Betrieb einer kostenlosen 24/7 Beratungs- und Pannen-Hotline mit Fernwartung
  • Präventions- und Aufklärungskampagnen der Verbraucherzentralen zu Desinformation, Manipulation, Medien- und Quellenanalyse..

Deutschland wird Digitalweltmeister!

Originalzitate hier, hier und hier

Auf ins Trainingslager!

Investitionen in eine digital souveräne und aufgeklärte Gesellschaft, in eine digitale Zukunft, in der jede und jeder gleiche Chancen hat, wurden jahrelang verschlafen und verschleppt. Von den Versäumnissen bei der Infrastruktur gar nicht zu reden. Deutschland rangiert bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit inzwischen auf den hintersten Plätzen.

Besonders in ländlichen Regionen, aber auch in städtischen Quartieren müssen niedrigschwellige Angebote gemacht werden, um die komplexe digitale, teils abstrakte Materie erlebbar und „anfassbar” zu machen. Mit unseren ZukunftsCafés wollen wir ein solches Angebot flächendeckend aufbauen. 

 

Bestehende Lernorte in Senioren-Treffpunkten, digitale Stammtische etc. können erweitert und um spannende aktuelle Aspekte ergänzt werden. Synergien  entstehen im Schulterschluss mit karitativen Organisationen, Kommunen und Vereinen vor Ort, von denen viele ebenfalls Unterstützung bei der Digitalisierung benötigen.


„Digitalisierung ist auch eine
geistige Herausforderung!“

Markus Söder, Ministerpräsident

Neue StartUps, Jobs, Ideen und Innovationen für eine regionale und nachhaltige Digital-Wirtschaft entstehen, Regionen werden gestärkt statt abgehängt. Menschen finden schnelle und unbürokratische Hilfe in ihrer Nachbarschaft, finanziell benachteiligte Menschen erhalten digitale Endgeräte und digitales Know-how ohne Bedürftigkeits­prüfung und ohne stigmatisiert zu werden.

 

„Die Politik hat das Ausmaß der Herausforderung noch nicht erkannt.“

Prof. Herbert Kubicek, 

Vorstand Stiftung Digitale Chancen

Doch werden all diese Massnahmen ausreichen, um die gesamte Bevölkerung fit für die Zukunft und Deutschland zum „Digitalweltmeister” zu machen? Bestimmt nicht, wenn wir im Schneckentempo der vergangenen Jahre weiterwursteln. Wir mussten feststellen, dass auch die meisten Politiker von der Digitalisierung völlig überfordert sind. Deswegen muss jetzt auch die Zivilgesellschaft ran und die Sache selbst in die Hand nehmen.

 

Hier geht's zum Download: „Digitalisierung braucht Zivilgesellschaft“

 

„Das Tempo

der Digitalisierung

überfordert auch die Politiker!“

Robert Habeck, Bündnis 90 | Die Grünen

Der Wirtschaftsminister bat uns ja um eine Liste mit Projekten, die jetzt gemacht müssen. Die Frage, ob es dabei bleibt, muss und darf wohl gestellt werden. Denn die Politik hat sich in den vergangenen Jahren im Bereich der digitalen Transformation nicht gerade durch zügiges Arbeiten hervorgetan. Viele erinnern sich an die Vorstellung der Digitalen Agenda von 2014. An die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags von 2017 erinnert sich auch so mancher. Wir schreiben das Jahr 2020!

 

Wir hoffen, dass die Krise nicht nur wie ein Brennglas all die gesellschaftlichen Probleme in den Fokus rückt, sondern auch als Beschleuniger für längst überfällige Maßnahmen wirkt. Siehe Digitalpakt Schule, Digitalisierung in Alten- und Pflegeheimen usw. 

 

Die betroffenen Menschen brauchen die Umsetzung der Maßnahmen JETZT! Und nicht erst nach der kommenden Bundestagswahl, die noch weit entfernt ist, sondern noch in dieser Legislaturperiode! Zwölf Monate sind viel Zeit, jedenfalls im Internetzeitalter.


„Wenn es drauf ankommt, 

kann Demokratie auch 

ganz schnell sein!“

Hubertus Heil, Arbeits- & Sozialminister, SPD

Vielleicht überlegt sich der Arbeitsminister mit dem Finanzminister und dem Wirtschaftsminister mal, wie man unsere Innenstädte mit einigen von den o.g. Maßnahmen und Vorschlägen wieder neu beleben könnte. Könnte man nicht z.B. den gebeutelten Gastronomen und Caféhausbetreibern die Möglichkeit anbieten, im Rahmen eines weiteren Rettungspaktets aus ihrem Betrieb zumindest versuchsweise ein solches ZukunftsCafé oder ein ähnliches Konstrukt zu betreiben? Zumindest bei denen, die kurz davor sind, zu schließen?

 

Es würden mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Innenstädte werden belebt, es entstehen neue Kommunikationsräume, die Betriebe werden unter günstigen Umstaänden langfristig in ihrer Existenz gesichert, die digitale Transformation macht den Menschen weniger Angst, da leicht erreichbar Hilfe und Beratung angeboten wird. 


„Wir müssen Konzepte 

zur Wiederbelebung 

der Innenstädte entwickeln!“

Peter Altmaier, Wirtschaftsminister



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