Klimawandel • Pandemie • Ukraine-Krieg • Inflation • Cyberangriffe

Zeitenwende, Zukunft & Zuversicht

...auch die „Zukunftskoalition“ unter Kanzler Olaf Scholz. Der hat sich neben anderen Themen „Soziale Politik für Dich!“ und „Respekt“ als Leitmotive auf die Fahnen geschrieben.

 

 

„Ich will die Welt 

ein Stück besser machen!“

Olaf Scholz, SPD

Bundeskanzler

 

Kaum im Amt, ist eine bessere Welt durch die Folgen dieses ungeheuerlichen Krieges in weite Ferne gerückt. Der Angriff auf die Ukraine verändert die Welt über Nacht. Nun treten plötzlich ganz andere Themen und Sorgen in den Vordergrund.

 

Wie zu Beginn der Coronakrise ist die Politik auf einmal im Handumdrehen handlungsfähig (Bazooka & Wumms), trifft blitzschnelle und kostspielige Entscheidungen und stellt Unsummen bereit, von denen bislang niemand so recht weiß, wo sie herkommen und wer das alles bezahlt. Nennt sich nicht Schulden, sondern zum Beispiel Sondervermögen.

 

Das beweist aber immerhin: Die Politik kann schnell und entschlossen handeln - wenn sie will. Leider tut sie das bei vielen anderen gesellschaftlichen Herausforderungen nicht. Und die werden uns sehr bald noch teuer zu stehen kommen, da vorausschauende Politik leider nicht mehr en vogue zu sein scheint. Das sieht man nicht nur in der Klimapolitik, bei der Katastrophenvorsorge, oder bei der Bildung.

 

Besonders das Thema Desinformation, Cyber-Resilienz, IT-Sicherheit und digitale Spaltung bereitet aufmerksamen Beobachtern größte Sorgen. Zu Recht. Und durch die katastrophalen finanziellen Folgen des Krieges und des Klimawandels wächst nun auch noch die soziale Spaltung in einem gefährlichen Tempo.

Geld hilft!

100 Milliarden „Sondervermögen“ für die Aufrüstung der Bundeswehr. Zu Beginn der Coronakrise waren es über 130 Milliarden (Bazooka), die der jetzige Kanzler aus dem Ärmel gezaubert hat, neben den unzähligen anderen Hilfspakten.

 

Warum tut die Politik aber nichts für die Ärmsten und Schwächsten in unserer Mitte und verhindert so die endgültige Spaltung unserer Gesellschaft? Eine Digitale Gesellschaft und Armut - das passt nicht  zusammen. Schon gar nicht in einem der reichsten Länder der Welt. 

 

 

Viele Menschen, die beim Wandel zur digitalen und klimagerechten Gesellschaft finanziell nicht mehr mithalten können befürchten zu Recht, auf der Strecke zu bleiben. Viele arme Menschen können sich zum Beispiel einen Zugang zum Internet, angemessene Geräte sowie Zubehör und Verbrauchsmaterial nicht mehr leisten. Von energiesparenden Konzepten mit Hilfe vom „smarten“ Anwendungen und Geräten im „Smart Home“ ganz zu schweigen.

 

Cyberattacken betreffen uns alle!

Gleichzeitig steigen die Gefahren durch Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur, Unternehmen und Privatpersonen. Die Masse an Desinformation und gezielter Manipulation überfordert inzwischen sogar gut informierte und gebildete Internetnutzer. Die Menschen sind der schier unendlichen Flut an Falschinformationen nicht mehr gewachsen. Eine Offensive in digitaler Aufklärung und Medienkompetenz ist lange überfällig.

 

Die fatalen Folgen fehlender Digitalkompetenzen oder einem Mindestmaß an Wachsamkeit im Umgang mit der Cyberwelt sind schon jetzt nicht mehr zu übersehen: Unfassbare 223 Milliarden Euro wurden deutschen Unternehmen durch Cyberangriffe allein im Jahr 2020 an Schaden zugefügt. 52 Milliarden entstanden während der Pandemie durch niedrige Sicherheitsvorkehrungen im Homeoffice.

 

 

„Das Gegengift heißt Aufklärung. Schon Kindern muss die Fähigkeit vermittelt werden, Informationen und ihre Quellen kritisch zu hinterfragen!“

Nancy Faeser, SPD

 

 

 

Zum Vergleich: Der gesamte Bundeshaushalt 2020 betrug 362 Milliaden Euro. Und noch ein Vergleich: Für die Opfer der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer wurden von der Regierung 30 Milliarden Euro bereitgestellt (Allerdings kam kaum etwas dort an).

 

Abgesehen von den gewaltigen volkswirtschaftlichen Schäden durch Produktionsausfälle, Sabotage, Patentklau etc., könnte man allein mit den entgangenen Steuern massivste und dauerhafte digitale Aufklärung auf breiter Ebene und für alle Bevölkerungsschichten finanzieren. Mentoren und Coaches in Schulen, Unis und Firmen, feste Sendeplätze in Radio- und TV-Sendern (Cyber-Resilienz vor Acht), Kampagnen in sozialen Medien, permanente Sensibilisierungstrainings von Beschäftigten und Multiplikatoren u.v.a.m.

 

Man muss sich ernsthaft wundern, warum es diese unfassbaren Zahlen kaum oder nur sehr spät in die Nachrichten schaffen (Die Tagesschau berichtete am 9. Mai 2022, die Zahlen wurden von Bitkom im Sommer 2021 ermittelt und vorgestellt).

 

Wir sind schon mittendrin

 

Die Folgen der Auswirkungen von Deep Fakes, gezielten Falschinformationen und Verschwörungserzählungen sind längst zur tödlichen Gefahr geworden, wie wir beim Sturm auf das amerikanische Kapitol mit zehn Toten erleben mussten. Auch im aktuellen Kriegsgeschehen in der Ukraine spielen die „sozialen“ Medien eine entscheidende Rolle. Hier ist es für ungeübte Benutzer so gut wie unmöglich, sich ein objektives Bild zu machen. Die erforderlichen Recherchen nehmen viel Zeit in Anspruch und erfordern fast schon journalistisches Handwerkszeug.

 

 

Und eine weitere Eskalation steht an:

Donald Trump baut sich ein eigenes „soziales Netzwerk“, um seine Wiederwahl 2024 zu sichern. Elon Musk, der reichste Mann der Welt, deutet an, nach dem angekündigten Kauf von Twitter die Sperre von Trumps Account mit über 80 Mio. Followern rückgängig zu machen.


Die Diakonie fordert 6,2 Milliarden Euro von der Regierung, um bereits abgehängte Menschen an der digitalen Zukunft zu beteiligen.

 

„Eines der größten Probleme

in unserem Land ist die

unsichtbare Armut!“

Annalena Baerbock, Aussenministerin

 B90/Die Grünen

 

Vielen Menschen fehlt das erforderliche Geld für digitale Geräte,  Internet-Anschluss, Zubehör und Reparaturen, anderen fehlt technisches Know-how, wieder anderen der Zugang zu digitaler Bildung. Menschen mit Beeinträchtigungen, Menschen mit Sprachbarrieren, Geflüchtete, Seniorinnen und Senioren, Obdach- und Wohnungslose - viele Bevölkerungsgruppen sind von der digitalen Gesellschaft bereits abgehängt. Angesichts der rasanten Tempos in der digitalen Welt besteht nur wenig Hoffnung, dass diese Menschen noch von der Politik bemerkt oder zielgerichtet unterstützt werden.

 

Jobsuche, Wohnungssuche, Behördengänge, Besorgungen - vieles ist schon heute nur noch online möglich. Dies gilt auch und insbesondere für bedürftige Menschen wie z.B. die 700.000 obdach- und wohnungslosen Menschen, die in unserem Land leben.

 

Auch Alleinerziehende, SeniorInnen mit kleiner Rente, Menschen in Pflege und mit Behinderungen u.v.m. Hier fehlt es meist an allem. Hier bedingt und verstärkt sich die soziale und die digitale Spaltung gegenseitig - ein Teufelskreis, aus dem es kein Entkommen gibt!

 

Lösungsansätze gibt es reichlich. Zum Beispiel die Diakonie Deutschland: 6,2 Milliarden Euro verteilt auf vier Jahre würden ausreichen, um den o.g. Menschen in Deutschland  die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Die Diakonie beschreibt dies ausführlich in ihrem Bundesprogramm „Digitale Beteiligung“. Doch die Politik sieht keinen Grund zum Handeln.

 

Auch die Stiftung Digitale Chancen mit ihrem „Masterplan Senioren ans Netz“, oder die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenverbände (BAGSO) mit dem „Digitalpakt Alter“ sowie weitere Organisationen stehen in den Startlöchern, um die Menschen fit für die digitale Zukunft zu machen.

 

Wie wir während der Pandemie und nun wieder zu Beginn der Ukraine-Krise beobachten, können zurückhaltende Politiker wie Kanzler Scholz mit Wumms oder der der Bazooka  viel bewegen. Nicht das Geld ist also die Bremse, sondern der fehlende politische Wille. Im schlimmsten Fall sogar fehlendes Verständnis und Weitsicht.

 

Kanzler Scholz hat Respekt, Solidarität, Führung und eine bessere Welt versprochen. Die Menschen warten...

 

„In den vergangenen Jahren 

ist viel versprochen worden, 

aber nur wenig gehalten!“

Olaf Scholz, SPD

Bundeskanzler

Lebenslanges Lernen in einer digitalen Welt

Wirtschaft und Behörden werden sich nicht mehr lange um analoge Dienstleistungen kümmern, um die Grundversorgung der Menschen zu sichern.  (Behörden brauchen ein wenig länger...).

Darum fordern ältere Menschen - nicht nur in ländlichen Regionen - digitale Sprechstunden „an jeder Ecke und in jeder Nachbarschaft".

 

Wir dürfen bei der Digitalisierung 

niemanden zurücklassen!

Angela Merkel

Die Zukunft


  • Zwei Drittel der Deutschen blicken ängstlich auf die Zukunft.
  • Mangelndes Vertrauen in den Staat und die Angst vor Spaltung forcieren den Rückzug in private Nischen.
  • Es wächst aber auch die Bereitschaft, für eine lebenswerte Zukunft tätig zu werden.
  • Soziale Gerechtigkeit wurde am häufigsten genannt, wenn es um die Zukunft geht.

Quelle: Zukunftsstudie 2021 des Rheingold-Instituts

Weblinks


Wir sind nicht bereit für die digitale Zukunft


Ein Drittel der Deutschen glaubt, dass wir in einer „Scheindmokratie“ leben.

Wer kümmert sich um den Fall der Fälle?

Die Frage lautet nicht, ob das Internet komplett ausfallen wird, sondern wann. Werden wir darauf vorbereitet sein? Oder wird die Welt ohne Internet im Chaos versinken?

Die Einschläge kommen näher

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir hier und da auch das generische Maskulinum (häufig in Grafiken/Montagen).  Damit sind im Sinne der Gleichbehandlung aber grundsätzlich und immer alle Geschlechter gemeint.