Die Idee: ZukunftsCafés! Überall!

Wir müssen reden!...

Nicht erst seit der Vorstellung von ChatGPT im November 2022 geht es Schlag auf Schlag. Selbst uns IT-Profis, die wir seit 40 Jahren in der Branche tätig sind und schon einige Überraschungen erleben durften, hat das Tempo der Umwälzungen sprachlos gemacht. KI setzt wirklich neue Masstäbe. Welche Gefahren diese Technologie mit sich bringt, zeichnet sich leider auch bereits ab. Beherrschbar, sagen die Branchenvertreter und Politiker, unberechenbar sagen die Erfinder. Viele „normale Anwender“ fühlen sich überfordert ob der neuen Möglichkeiten und Ungewissheiten, die das „zweite Maschinenzeitalter“ mit sich bringt. 

 

Gleichzeitig steigt die Abhängigkeit von den digitalen Strukturen enorm an. Wir sind nicht wirklich vorbereitet. Nicht auf Blackouts (siehe Berlin), nicht auf die permanenten und gezielten Cyberangriffe inklusive Lösegeld-Erpressung und Sabotage. Noch nicht mal vor ordinären Betrügern, die mit Hilfe von KI immer leichteres Spiel haben. Das Beispiel von Anthropics neuem Programm„Mythos“ spricht für sich.

Die digitale Komplexität nimmt zu

Studien gehen davon aus, dass immer mehr Menschen den Überblick verlieren und keine rechte Lust mehr haben. Was heißt eigentlich Digitalisierung? Nimmt „Künstliche Intelligenz“ mir meinen Job weg, oder stirbt sogar die Menschheit aus? Mich nervt die permanente Manipulation, die Flut an Deep Fakes und „KI-Slop“, allgegenwärtige Überwachung? Was hilft gegen Spoofing, Phishing und andere kriminelle Machenschaften?

 

Wie schütze ich mich und meine Kinder vor zum Teil brutalen und obszönen Inhalten im Netz? Wie erkenne ich einen Fake-Shop? Was machen Tiktok, Google, Facebook & Co. wirklich mit meinen Daten? Muss ich mir wirklich so viele komplizierte Passwörter merken? Sind Kryptowährungen ein Schneeballsystem? Wie sicher ist mein „Smart Home“?...

 

Fragen über Fragen, die uns immer wieder und drängender gestellt werden. Und dabei geht es im gemütlichen Deutschland gerade erst richtig los mit smarten und „intelligenten“ Technologien. Wer die Investitionen der Technologie-Anbieter verfolgt, dem stockt buchstäblich der Atem. 

 

„Zu viele Menschen haben das Gefühl,
dieser Entwicklung nicht mehr
folgen zu können!“
Frank-Walter Steinmeier, SPD
Bundespräsident

Zwar befindet sich Deutschland dank der betont gemütlichen Gangart bei der Digitalisierung auf den hinteren Plätzen, im Bereich KI gelten wir sogar weitestgehend als abgehängt. Trotzdem werden für die Abwicklung alltäglicher Erledigungen immer häufiger modernste Smartphones und der souveräne Umgang damit vorausgesetzt. 

Ob Online-Banking, eRezept, Katastrophen-Warnung, Arzttermin oder Corona-App, man wird mehr und mehr zur Nutzung eines aktuellen Smartphones gezwungen. Die Sicherheit bleibt dabei oft auf der Strecke. Auch die Hersteller von Hard- und Software strengen sich nur bedingt an, die Nutzung der Technologie an höhere Sicherheitsstandards zu knüpfen.

 

Heute wird uns „mehr Sicherheit“ z. B. durch 2-Faktor-Authentifizierung, biometrische Verfahren, Passkeys oder „Zero Trust“ versprochen. Aber ist das wirklich sicher? Wenn man zusehen muss, wie der reichste und größte Software-Konzern der Welt mit unserer Sicherheit umgeht, schwindet jede Hoffnung. Auf Millionen Menschen wirkt dies alles immer konfuser und bedrohlicher.

 

Apropos Sicherheit: Viele Milliarden Euro an Steuereinnahmen entgehen uns in Deutschland jedes Jahr durch die Folgeschäden von Cyberangriffen  auf Unternehmen. Meist, weil selbst die simpelsten Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen nicht beachtet werden. Wir können nicht verstehen, warum die Verantwortlichen nichts dagegen unternimmt. Es wäre ein Leichtes, die Bevölkerung resilient gegen alle Formen von Cyberangriffen und -Bedrohungen zu machen.

 

Die Zahlen sind erschreckend: 289 Milliarden Euro Schaden allein im Jahr 2024! Das sind fast zwei Drittel des Bundeshaushalts (480 Mrd. €). Das entpricht Steuerausfällen in Höhe von 50-80 Mrd. €. Haben Sie diese Zahlen je während Haushaltsverhandlungen in den Nachrichten gehört?

 

Während die Ampel-Regierung wegen drei Milliarden Euro auseinander gehen musste, rutschen im Mittelstand Hunderte Firmen jährlich in die Insolvenz, weil sie keine Versicherung gegen Cyberangriffe abgeschlossen haben. Vermutlich wird man auch bald keine mehr abschliessen können. Die großen Rückversicherer wie Munich Re oder die Allianz erwägen, solche Risiken nicht mehr zu versichern, da sie angesichts der Entwicklung - besonders in der KI  - nicht mehr kalkulierbar erscheinen.

 

Das Fatale daran: Die meisten Schäden entstehen durch Nachlässigkeit, Unkenntnis oder pure Schlamperei. Die Schwachstelle ist fast immer der Mensch. Das wäre leicht zu ändern.

Die Innenstädte sterben...

...aber wir arbeiten an deren Zukunft!

Unser Ziel: 2.029 ZukunftsCafés bis 2029 - überall in Stadt und Land!...

Zugegeben, das klingt sehr optimistisch. Wir freuen uns aber auch, wenn es „nur“ 2.000 werden 😜 - ZukunftsCafés sind niedrigschwellige, für jeden zugängliche und barrierefreie Plätze, in denen wir uns gemeinsam auf die neue Zeit einstellen und gegenseitig unterstützen können. Solche Treffpunkte werden auch „Dritte Orte“ (Third Places) genannt, ein weiterer  Ort neben Zuhause und Arbeitsplatz.


 

Mit netten Menschen aus der Nachbarschaft, ehrenamtlichen Unterstützern, Sponsoren, kostenlosen Geräten und Unmengen an kostenlosem Kaffee geht alles viel leichter von der Hand. Und sie unterscheiden sich von gelegentlichen „WhatsApp-Sprechstunden“ dadurch, dass sie immer verfügbar sind, nicht nur einmal im Monat für zwei Stunden.

 

ZukunftsCafés sollen in allen Städten, Stadtteilen und Gemeinden ab 20.000 Einwohnern entstehen, überall. Ein ehrgeiziges Ziel, das stimmt. Aber wie der Generalsekretär der CDU gerne sagt: Einfach mal machen!“ anstatt nur zu reden... 

In den ZukunftsCafés schlagen wir viele Fliegen mit einer Klappe:

  • In den ZukunftsCafés werden gemeinsam bekannte technische Hürden gemeistert und alle Kniffs gezeigt, die beim Umgang mit der digitalen Materie benötigt werden. 
  • Wir senken durch kostenlose Achtsamkeits-Trainings die Folgekosten, die unserer Volkswirtschaft durch Cyberangriffe und Schadsoftware Jahr für Jahr entstehen.**
  • Wir unterstützen finanziell benachteiligte Menschen mit gespendeten Computern und reduzieren so gleichzeitig den gigantischen Elektro-Müllberg. 
  • Es entstehen neue, attraktive Treffpunkte in der Nachbarschaft. Hier kann jeder und jede, ob jung oder alt, ob technisch versiert oder hilfesuchend nette und hilfsbereite Menschen treffen. Auch völlig ohne Anlass, ohne Geld, sogar ohne Geräte... Besonders vonnöten sind solche Orte in Gegenden, wo in den letzten 20 Jahren die Kneipen- und Cafés verschwunden sind (und die Post und der Arzt und der Bäcker und...)

 

„Kaffee, Kuchen, Tablet,
das find ich 'ne ganz tolle Sache!“
Franz Müntefering, SPD
Vorstand BAGSO e.V.

Neben reichlich kostenlosem Kaffee und netten Leuten gibt es in den Zukunftscafés:

  • Digitale Pannenhilfe
  • Freie PC-Arbeitsplätze
  • Cyberangriffs-Abwehr-Training
  • KI-Small-Talk und Tratsch
  • Virtuelle Realität  (die mit der Brille...) 
  • Gaming, eSports, Exergames (auch für die Älteren)
  • Die allerneusten Gadgets, Apps...
  • Repair-Café & Maker-Space
  • Viel Spaß und gute Laune!...

Dann wissen Sie [fast] alles über...

  • Datenschutz, IT-Sicherheit, Abzocker, Deep Fakes...
  • eID, ePerso, eRezept, e-irgendwas...
  • Tele-Medizin, Wearables...
  • ChatGPT, Gemini, Grok, Perplexity & Co.
  • Metaverse (Das Milliardendesaster von Facebook)
  • WhatsApp, TikTok...
  • Internet of Things, Smart Home...
  • Web3, Blockchain, Bitcoin & Co.
    ...und alles Weitere finden wir gemeinsam heraus...

Fazit & Ausblick

Auch bei der digitalen Erwachsenenbildung - Stichwort Lebenslanges Lernen -  sieht es düster aus: 48 Prozent der Deutschen blicken bei der Digitalisierung und den vielen Apps nicht mehr durch, ein Drittel hat keine Lust mehr - was ganz gut den Fortschrittswillen in Deutschland beschreibt. Experten betrachten den digitalen Wandel in Deutschland als weitestgehend gescheitert. Ganz so schlimm sehen wir es zwar nicht, aber Luft nach oben ist reichlich.

 „Mindestens 30 Prozent der

Bevölkerung wollen überhaupt

nichts mehr mit dieser Digitalisierung

zu tun haben!“

Prof. Dr. Sahrah Spiekermann, 

Wirtschafts-Informatikerin

Dabei zeigt ein Blick in skandinavische oder asiatische Länder, dass die Akzeptanz und die Nutzung digitaler Technologien rasant zunimmt, wenn sie mit den Bürger*innen abgestimmt werden, das heißt: Wenn man den Bürgern wirklich zuhört und sie ernst nimmt. „Bottom-Up statt Top-Down“.

 

In Schweden zum Beispiel konnten sich bereits vor 20 Jahren alle  Menschen Computer für zu Hause ausleihen. In Dänemark sind Schul-Laptops seit über 15 Jahren eine Selbstverständ­lichkeit. In Deutschland noch bis zu Corona völlig unvorstellbar.

Es gibt viel zu tun.

Natürlich kann eine solche Menge an neuen Orten nur dort entstehen, wo Menschen sich dafür einsetzen und pro-aktiv werden. Wir wollen deshalb wie bei einem Franchise-System eine Art „Zentrale“ aufbauen, um effizient  Informationen, Kontakte und Geräte zu bündeln. Wer Interesse hat, bitte melden! Auch wer in seiner Region leerstehende Räumlichkeiten in zentraler Lage kennt und Möglichkeiten hat, die Eigentümer zu kontaktieren, wer über Um- oder Zwischennutzungen nachdenkt, bitte jederzeit an uns wenden.

"Gebäude müssen für Menschen da sein und nicht umgekehrt!" 

Anne Gidion, Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland

 

Ein wenig Hoffnung setzen wir in die Kirchen vor Ort, immerhin die grössten privaten Immobilienbesitzer Deutschlands. Von den rund 80.000 Liegenschaften sollen in den kommenden Jahren über die Hälfte umgenutzt oder verkauft werden. Hier stehen in erster Linie die Nutzung als Gemeinschaftsräume zur Diskussion, auch Kletterhallen, Kitas oder eben Treffpunkte für die Gemeinde: Zum Beispiel ZukunftsCafés ;-)

 


 

 

„Es bedarf es einer großen gesellschaftlichen Bewegung!“

Richard David Precht, Philosoph

Über Dritte Orte:

„Wohnzimmer der Gesellschaft“ und „Dritte Orte" sind verwandte Konzepte, die Orte beschreiben, die neben dem Zuhause (erster Ort) und der Arbeit (zweiter Ort) existieren. Sie sind halböffentliche oder öffentliche Räume, die den sozialen Austausch, das Gemeinschaftsgefühl und eine Auszeit vom Alltag ermöglichen. Beispiele sind Cafés, Bibliotheken, Parks oder Gemeinschaftszentren. 

Wozu? 

  • Orte jenseits des privaten Heims und des Arbeitsplatzes, die als Treffpunkte dienen ermöglichen sozialen Austausch, das Aufbauen von Beziehungen und fördern das Gemeinschaftsgefühl.
  • Sie bieten Menschen einen Ausgleich, fördern die soziale Teilhabe und sind besonders für ältere oder sehr mobile Menschen wichtig, da diese oft keine der beiden anderen Orte mehr nutzen. 


Charakteristika nach Ray Oldenburg

  • Neutralität: Jeder kann kommen und gehen, wann er möchte.
  • Hierarchielosigkeit: Sie sind offen für alle und es gibt keine Statusunterschiede.
  • Austausch: Gespräche und der Austausch untereinander sind zentrale Aktivitäten.
  • Niederschwelligkeit: Der Zugang ist einfach und erfordert keine Reservierung.
  • Gemeinschaft: Auch wenn es nicht immer Stammgäste gibt, werden Neuankömmlinge akzeptiert.
  • Einfache Ausstattung: Der Fokus liegt nicht auf der Optik, sondern auf der Funktion.
  • Gute Stimmung: Fröhlichkeit und Ausgelassenheit stehen im Vordergrund.
  • Zweite Heimat: Sie bieten ein Gefühl von Unterstützung und Wohlbefinden. 


Beispiele für „Dritte Orte“

  • Jugendhäuser!
  • Kaffeehäuser und Bars
  • Biergärten
  • Bibliotheken
  • Gemeinschaftszentren
  • Öffentliche Parks und Plätze
  • Kulturstätten und Sportstätten
  • Buchläden und Frisörsalons
  • und bald natürlich: Hunderte, wenn nicht Tausende ZukunftsCafés!

*Fakten

**Im letzten Jahr betrugen die Schäden durch Cyberangriffe auf kleine und mittlere Unternehmen allein in Deutschland unfassbare 289 Milliarden Euro. Selbst die Chefin des BSI, Claudia Plattner, ist erstaunt über so viel Ignoranz angesicht dieser horrenden Summen. Würden solche Summen mit „traditionellen“ Gangster-methoden erbeutet, würden hier längst die Fetzen fliegen und viele Posten neu besetzt werden. Wo also bleibt der Aufschrei?

*** Zum Vergleich: In Deutschland gibt es über 45.000 sog. Discounter, darunter die bekannten Filialen von ALDI (4.200), LIDL (3.300) , REWE (3.800), EDEKA (11.000) NETTO (4.400), ROSSMANN, dm & Co. (über 5.000)... Dazu die besonders in Fussgängerzonen unvermeidlichen Franchiser und Ladenketten.

Außerdem zig-Tausende Burger-, Sandwich-, Kaffee- und Pizzaläden. Da erscheinen 2.029 Filialen einer „ZukunftsCafé-Kette“ nicht besonders viel. Besonders, wenn sie für eine sichere, digitale Gesellschaft unverzichtbar sind.